4.0 8-Ball (Standardisierte Weltregel)
Die allgemeinen Pocket-Billard-Regeln finden grundsätzlich Anwendung, es sei
denn, daß diesen hier ausdrücklich widersprochen wird.
4.1 Ziel des Spiels
(1) 8-Ball ist ein Ansagespiel, das mit 15 durchnumerierten farbigen Kugeln und
der Weißen gespielt wird.
(2) Ein Spieler muß die Kugeln der Gruppe von 1-7 (Volle) spielen, während der
Gegner die Kugeln von 9-15 (Halbe) spielt.
(3) Der Spieler, der als erster auf korrekte Art und Weise die Kugeln seiner
Gruppe und dann die "8"versenkt, gewinnt das Spiel.
4.2 Ansage
(1) Bei Ansagespielen müssen offensichtliche Kugeln und Taschen nicht angesagt
werden. Wenn er sich dessen nicht sicher ist, hat der Gegner das Recht
nachzufragen, welche Kugel in welche Tasche gespielt werden soll.
(2) Stöße über Bande und Kombinationsstöße werden nicht als offensichtlich
angesehen und sollten (Kugel und Tasche) angesagt werden.
(3) Bei der Ansage ist es nicht nötig, Details wie Anzahl der Banden,
Karambolagen etc. anzugeben.
(4) Alle Kugeln, die mit Foul versenkt wurden, bleiben in den Taschen, egal ob
sie dem Spieler oder dem Gegner gehören.
(5) Beim Eröffnungsstoß muß keine Ansage erfolgen. Der Spieler bleibt am Tisch,
wenn er mit einem Eröffnungsstoß eine Kugel korrekt versenkt.
4.3 Aufbau der Kugeln
Die Kugeln werden zu einem Dreieck am Fußende des Tisches aufgebaut, wobei die
"8" in der Mitte des Dreiecks, die vorderste Kugel auf dem Fußpunkt und an den
hinteren Ecken jeweils eine Volle und eine Halbe liegt.
4.4 Abwechselndes Anstoßrecht
Der Sieger des Ausstoßens hat die Möglichkeit, das erste Spiel zu eröffnen.
Während Einzelwettbewerben wechselt das Anstoßrecht nach jedem Spiel.
Kommentar: Der Spieler darf sein Anstoßrecht
immer an den Gegner abgeben.
4.5 Fouls bei Jumpshots und Kopfstößen
Während die Regel "nur Fouls mit der Weißen" in Kraft ist, wenn kein
Schiedsrichter das Spiel leitet, sollte der Spieler wissen, daß es als Foul
angesehen wird, wenn während eines Jumpshots, Bogenstoßes oder Kopfstoßes eine
Kugel sich bewegt, die nicht anspielbar ist, weil versucht wurde, über sie oder
um sie herum zu spielen (egal, ob die Kugel durch die Hand, das Queue, das
Hilfsqueue oder Durchstoß bewegt wurde).
4.6 Korrekter Eröffnungsstoß (Definition)
Um einen korrekten Eröffnungsstoß auszuführen, muß der eröffnende Spieler (mit
Lageverbesserung im Kopffeld) entweder
a) eine Kugel versenken oder
b) mindestens vier farbige Kugeln eine Bande anlaufen lassen.
Gelingt ihm das nicht, so begeht er ein Foul und der dann aufnahmeberechtigte
Spieler kann
a) die Position so übernehmen und weiterspielen oder
b) die Kugeln neu aufbauen lassen und selbst einen neuen Eröffnungsstoß
durchführen oder den Gegner neu anstoßen lassen.
4.7 Weiße fällt bei korrektem
Eröffnungsstoß
(1) Fällt einem Spieler bei einem korrekten Eröffnungsstoß die Weiße,
a) bleiben alle versenkten Kugeln in den Taschen (Ausnahme: die "8", siehe Regel
4.9),
b) es steht ein Foul zu Buche und
c) der Tisch ist offen.
(2) Der dann aufnahmeberechtigte Spieler hat Lageverbesserung im Kopffeld und
darf keine Kugel direkt anspielen, die sich im Kopffeld befindet, es sei denn,
die Weiße verläßt zunächst das Kopffeld und kehrt dann in dieses zurück, um eine
Kugel zu treffen.
Kommentar: Wenn die Weiße bei einem ansonsten
korrekten Stoß in eine Tasche fällt oder vom Tisch springt, so kann der Gegner
nicht neu aufbauen lassen.
4.8 Farbige springt beim Eröffnungsstoß vom
Tisch
Spielt ein Spieler mit seinem Eröffnungsstoß eine Farbige vom Tisch, so liegt
ein Foul vor und der Gegner kann
a) die Position der Kugeln übernehmen und weiterspielen oder
b) die Weiße im Kopffeld verlegen.
Kommentar: Siehe auch Regel 4.18.
4.9 Die "8" fällt beim Eröffnungsstoß
(1) Wird die "8" mit dem Eröffnungsstoß versenkt, so kann der eröffnende Spieler
verlangen, daß
a) neu aufgebaut wird oder
b) die "8" wieder eingesetzt wird und er selbst so weiterspielt.
(2) Fallen dem Spieler beim Eröffnungsstoß die Weiße und die "8", so kann der
Gegner
a) neu aufbauen lassen oder
b) die "8" wieder einsetzen lassen und aus dem Kopffeld weiterspielen.
4.10 Offener Tisch (Definition)
(1) Der Tisch ist "offen", wenn die Farbgruppen (Halbe und Volle) den Spielern
noch nicht zugeordnet sind. Ist der Tisch offen, ist es erlaubt, mit einer
Halben eine Volle zu versenken und umgekehrt.
(2) Der Tisch ist unmittelbar nach dem Eröffnungsstoß immer offen. Ist der Tisch
offen, ist es erlaubt, mit einer Halben, einer Vollen oder der "8" eine
angesagte halbe oder volle Kugel zu versenken. Ist der Tisch offen und die "8"
ist die Kugel, die als erstes angespielt wird, so kann keine Halbe oder Volle
zum Vorteil des Spielers versenkt werden. Der Spieler gibt dann seine Aufnahme
ab. Alle versenkten Kugeln bleiben in den Taschen. Der dann aufnahmeberechtigte
Spieler kommt mit Auswahl an den Tisch. Bei offenem Tisch bleiben alle unkorrekt
versenkten Kugeln in den Taschen.
Kommentar: Falls ein Spieler alle Kugeln einer
Farbe mit dem Anstoß versenkt, so kann er entweder die andere Farbe oder die "8"
wählen.
4.11 Wahl der Gruppe
(1) Die Wahl der Gruppe ist nie mit dem Eröffnungsstoß getroffen, selbst dann
nicht, wenn Kugeln beider Gruppen fallen.
(2) Unmittelbar nach dem Eröffnungsstoß ist der Tisch immer offen.
(3) Die Gruppe wird dann bestimmt, wenn der Spieler eine angesagte Kugel nach
dem Eröffnungsstoß korrekt versenkt.
4.12 Korrekter Stoß (Definition)
(1) Bei allen Stößen (ausgenommen beim Eröffnungsstoß und wenn der Tisch offen
ist) muß der Spieler eine Kugel seiner Farbgruppe zuerst treffen und dann
a) eine farbige Kugel versenken oder
b) die Weiße oder irgendeine farbige Kugel eine Bande anlaufen lassen.
(2) Es ist erlaubt, daß der Spieler seine eigene Kugel über die Bande anspielt,
jedoch muß nach der Berührung der Weißen mit der Farbigen entweder eine Kugel
versenkt werden oder die Weiße oder eine Farbige eine Bande anlaufen.
4.13 Sicherheitsspiel
(1) Aus taktischen Gründen kann ein Spieler eine seiner Kugeln offensichtlich
versenken, aber seine Aufnahme trotzdem beenden wollen, indem er vor dem Stoß
"Sicherheit" ansagt. Ein Sicherheitsstoß wird als korrekter Stoß angesehen.
(2) Möchte ein Spieler mit einem Sicherheitsstoß eine Kugel versenken, muß er
seinem Gegner vor dem Stoß "Sicherheit" ansagen. Wird dies nicht getan und eine
der Kugeln des Spielers wird versenkt, so muß der Spieler weiterspielen. Alle
Kugeln, die mit "Sicherheit" versenkt werden, bleiben in den Taschen.
4.14 Wertung
Ein Spieler darf solange weiterspielen, bis es ihm mißlingt, eine Kugel seiner
Gruppe korrekt zu versenken. Nachdem ein Spieler alle Kugeln seiner Gruppe
versenkt hat, darf er auf die "8" spielen.
4.15 Strafe nach einem Foul
(1) Der Gegner hat freie Lageverbesserung auf dem ganzen Tisch. (Es muß nicht
aus dem Kopffeld gespielt werden außer nach dem Eröffnungsstoß). Diese Regelung
hindert einen Spieler daran, absichtliche Fouls zu spielen, die seinem Gegner
Nachteile bringen.
(2) Bei der freien Lageverbesserung auf dem ganzen Tisch darf sich der Spieler
die Weiße mit der Hand oder jedem Teil des Queues (inklusive der Pomeranze) dort
hinlegen, wo er sie plazieren möchte (wenn nötig, mehr als einmal).
(3) Liegt die Weiße in Position, zählt jede Stoßbewegung, wenn der Stoß nicht
korrekt ist, bei der die Weiße berührt wird, als Foul.
4.16 Kombinationsstöße
Kombinationsstöße sind erlaubt, jedoch darf, außer wenn der Tisch offen ist, die
"8" nicht als erste Kugel gespielt werden.
Kommentar: Führt ein Spieler einen
Kombinationsstoß aus, so muß er zunächst eine Kugel seiner Farbe treffen.
4.17 Unkorrekt versenkte Kugeln
(1) Eine Kugel ist dann unkorrekt versenkt, wenn
a) während des Stoßes ein Foul begangen wird oder
b) die Kugel nicht in das angesagte Loch fällt oder
c) vor dem Stoß "Sicherheit" angesagt worden ist.
(2) Unkorrekt versenkte Kugeln bleiben in den Taschen.
4.18 Farbige Kugeln, die vom Tisch springen
(1) Springt eine farbige Kugel vom Tisch, so liegt ein Foul vor, und die
Aufnahme ist beendet.
(2) Springt die "8" vom Tisch, ist das Spiel verloren.
Jegliche vom Tisch gesprungene Kugeln werden in numerischer Reihenfolge wieder
eingesetzt.
4.19 Spiel auf die "8"
(1) Wird auf die "8" gespielt, bedeutet ein Foul oder das Versenken der Weißen
nicht den Spielverlust, es sei denn, die "8" fällt in eine Tasche oder fällt vom
Tisch. Der dann aufnahmeberechtigte Spieler hat Lageverbesserung auf dem ganzen
Tisch.
(2) Die "8" kann niemals mit einem Kombinationsstoß korrekt versenkt werden.
4.20 Verlust des Spiels
(1) Ein Spieler verliert das Spiel, wenn er
a) ein Foul spielt, während er die "8" versenkt (Ausnahme: siehe
"8" fällt beim Eröffnungsstoß)
b) die "8" mit demselben Stoß versenkt, mit dem er die letzte Farbige versenkt
c) die "8" vom Tisch springen läßt
d) die "8" in eine andere als die angesagte Tasche versenkt
e) die "8" versenkt, bevor er berechtigt ist, darauf zu spielen.
(2) Alle Verstöße müssen angesagt werden, bevor der nächste Stoß ausgeführt
wird, sonst werden sie als nicht existent angesehen.
Kommentar: Falls die "8" mit einem
Sicherheitsstoß versenkt wird, so ist das Spiel verloren. Gleiches gilt, wenn
die "8" nach dem Anstoß versenkt wird, obwohl noch Kugeln beider Farbgruppen auf
dem Tisch sind.
4.21 Pattsituation
(1) Wenn nach drei aufeinanderfolgenden Stößen eines jeden Spielers (insgesamt 6
Stöße) klar wird, daß keiner der Spieler ernsthaft versucht, das Spiel zu
gewinnen (Entscheidung des Schiedsrichters oder, wenn ohne Schiedsrichter
gespielt wird, wenn beide Spieler zustimmen), weil das Anspielen einer Kugel
wahrscheinlich den Verlust des Spiels zur Folge haben würde, so wird die Partie
neu begonnen. Es beginnt der Spieler, der die abgebrochene Partie angestoßen
hat.
(2) Diese Regel darf nur angewandt werden, wenn sich nur noch zwei Farbige und
die "8" auf dem Tisch befinden.
(3) Drei aufeinanderfolgende Fouls bedeuten nicht den Verlust des Spiels.
Kommentar: Der Schiedsrichter kann auf
unentschieden entscheiden, egal, wieviele Kugeln sich auf dem Tisch (1, 2 oder
3) befinden. Der Schiedsrichter muß seine Absicht, das Spiel als unentschieden
zu werten, 6 Stöße vorher bekanntgeben. Falls nur ein Spieler versucht, das
Spiel zu gewinnen, darf die Partie nicht als unentschieden gewertet werden.
Schlußbemerkung
Soweit diese Regel in Regelungen der Sport- und Turnierordnung eingreift und
hierzu im Widerspruch steht, geht die Sport- und Turnierordnung der Deutschen
Billard Union dieser Regel vor. Der Regelteil 3.0 bis 6.0 dieser Regel ist
unveränderlich und die Auslegung des Bundesschiedsrichterobmanns ist verbindlich
für den Spielbetrieb der DBU.