
Die hier wiedergegebenen Pool-Billard-Regeln sind von der
Deutschen Billard Union herausgegeben. Sie sind in der Version vom 09.04.95 mit
Kommentaren der Schiedsrichterobmannversammlung vom 13.08.95
Dem regelinteressierten Hobbyspieler sei empfohlen, die
Regeln für das Turnierspiel und die Anweisungen für den Schiedsrichter vorerst
zu überspringen. Mitunter werden aber auf sie in den Abschnitten Allgemeines,
Das Kapitel Allgemeines ist mit für alle drei Disziplinen gültigen Regeln versehen und insofern unbedingt und als erstes zu lesen.
1.0 Regeln für das Turnierspiel
(1) Die folgenden Regel beziehen sich auf das Spiel, die Zählweise, das
Fungieren der Offiziellen und die Verantwortlichkeiten während der
Turnierwettkämpfe bei sämtlichen Billardveranstaltungen.
(2) Die Grundsätze und die Prinzipien dieser Regel sind als ein Teil der
Allgemeinen Regel des Spiels anzusehen und sollten so passend wie möglich auf
jedes Spiel angewendet werden, ob es sich um ein formelles Turnier handelt oder
nicht.
(3) Aus Gründen der Einfachheit und Klarheit wurden bei diesen Regeln nur
maskuline Pronomina verwendet. Die Regeln beziehen sich aber auf alle Spieler
oder Teams.
Kommentar: Diese Regeln beziehen sich auf alle
Spiele, die vom WPA anerkannt sind.
1.1 Verantwortlichkeit des Spielers
(1) Es obliegt der Verantwortlichkeit des Spielers, sich aller Regeln,
Regelungen und Zeitplanungen betreffend des Turniers bewußt zu sein.
(2) Während Turnieroffizielle jede vernünftige Anstrengung unternehmen sollten,
solche Informationen rechtzeitig für die Spieler bereit zu halten, so verbleibt
die letztendliche Verantwortung beim Spieler selbst. (Ausnahme siehe Punkt
2.16).
(3) Falls solche Informationen nicht weitergegeben werden, kann der Spieler
daraus keinen Regress geltend machen. Der Spieler ist für die Einschätzung der
Situation und/oder die Kenntnis der Regeln selbst verantwortlich.
1.2 Akzeptanz der Ausrüstung
(1) Der Spieler soll sich vor seinem Spiel davon überzeugen, daß die Kugeln und
die restliche Ausrüstung dem Standard entsprechen und erlaubt sind.
(2) Spieler, die mit ihrem Spiel begonnen haben, können die Rechtmäßigkeit der
benutzten Ausrüstung nicht mehr in Frage stellen (es sei denn, der Gegner und
die Turnieroffiziellen stimmen der Beanstandung beide zu gegen die Ausrüstung
und die von den Turnieroffiziellen vorgeschlagene Abhilfe).
1.3 Gebrauch von Ausrüstung
(1) Spieler dürfen Ausrüstung oder Hilfsmittel nicht auf eine Art benutzen, die
nicht mit der ursprünglich zugedachten Art übereinstimmt. Puderbehälter,
Kreideblöcke etc. dürfen beispielsweise nicht dazu benutzt werden, um die Höhe
des Hilfsqueues (oder der eigenen Hand) zu vergrößern.
(2) Es dürfen nicht mehr als zwei Hilfsqueues gleichzeitig benutzt werden, wobei
die Hilfsqueues nichts anderes als die Spitze des Queues unterstützen dürfen.
(3) Kugeln, die aus dem Spiel sind, oder jegliche andere Kugeln dürfen nicht
dazu benutzt werden, um Abstände oder irgend etwas anderes zu messen.
Ausgenommen hiervon ist die Feststellung des Siegers beim Ausstoßen.
(4) Wird das Spiel nicht geleitet und ist der Tisch nicht entsprechend markiert,
darf das Dreieck von Spielern benutzt werden, um festzustellen, ob sich eine
Kugel im Dreieck befindet.
1.4 Ausrüstungsbeschränkungen
(1) Spieler dürfen Kreide, Puder, Hilfsqueues und Queues nach ihrer eigenen Wahl
benutzen.
(2) Die Turnieroffiziellen können einem Spieler jedoch Einschränkungen
auferlegen, wenn er sich bezüglich der Hausgegebenheiten oder der normalen
Turnierkonditionen störend verhält.
Kommentar: Beispielsweise darf es einem Spieler
untersagt werden,
- rote Kreide auf grünem Tuch zu benutzen,
- kann ein Spieler angewiesen werden, nicht so viel Puder zu benutzen, daß
dadurch die Kugeln oder das Tuch beeinflußt werden
- kann einem Spieler untersagt werden, ein Queue mit einer Lärm verursachenden
Einrichtung zu benutzen, welches die anderen Teilnehmer stört.
Turnieroffizielle im Sinne dieser Regel sind der jeweils betroffene
Schiedsrichter und der Turnierleiter. Sämtliche Queues und
Ausrüstungsgegenstände, die benutzt werden, müssen genehmigt sein.
1.5 Tischmarkierungen
(1) Beim Aufbau der Kugeln muß ein Dreieck benutzt werden.
(2) Vor dem Wettbewerb muß jeder Tisch und jedes darauf benutzte Dreieck so
markiert werden, daß sichergestellt ist, daß dasselbe Dreieck während des
gesamten Turniers auf demselben Tisch verwendet wird.
(3) An folgenden Stellen muß eine dünne und klar sichtbare Bleistiftlinie auf
dem Tuch zu sehen sein
a) um die äußeren Ecken des Dreiecks herum, um genaues und gleichbleibendes
Aufbauen der Kugeln und genaue Beurteilung der Positionen zu gewährleisten
b) auf der Längslinie, um genaues Wiedereinsetzen der Kugeln zu gewährleisten;
c) auf der Kopflinie, um genau entscheiden zu können, ob sich Kugeln im oder
außerhalb des Kopffeldes befinden.
(4) Der Kopfpunkt, Mittelpunkt und Fußpunkt müssen ebenfalls markiert werden,
entweder mit leichten "+"-Zeichen mit Bleistift oder mit
Standard-Punktmarkierungen, falls diese benutzt werden. Bei Spielen, wo dies
nicht erforderlich ist, müssen Mittel- und Kopfpunkt nicht markiert sein.
1.6 Administratives Ermessen
(1) Der Ausrichter eines jeden Turniers kann sich das Recht vorenthalten, Regeln
und vernünftige, passende Verhaltensrichtlinien für das jeweilige Turnier
einzusetzen, welche z.B. die Anzugsordnung, die Art der Zahlung des Startgelds,
die Rückerstattungsversicherung des Startgelds, die Flexibilität des Zeitplans,
die Verfahrensrichtlinien für Zweiergruppen etc. betreffen können.
(2) Um jedoch für ein Turnier die Genehmigung der WPA zu erhalten, bedarf es der
Einhaltung gewisser Erfordernisse, in erster Linie bezüglich der
Preisgeldgarantien.
1.7 Verspäteter Beginn
(1) Ein Spieler muß bereit sein, seine Partie innerhalb von 15 Minuten nach
Beginn der Partie anzutreten oder sein Gegner gewinnt kampflos.
(2) Der Beginn der Partie ist die Zeit, zu welcher die Partie starten soll oder
die Zeit, zu der die Partie angekündigt wird, je nachdem, welcher Zeitpunkt
später liegt.
Kommentar: Ein Spieler, der in einer
Einzelveranstaltung verspätet antritt, muß disqualifiziert werden, egal, ob ein
Gruppen-System, einfaches oder doppeltes K.O.-System gespielt wird. Alle
Ergebnisse dieses Spielers werden gestrichen. Bezüglich des
Mannschaftswettbewerbs werden die Verfahrensrichtlinien vom Veranstalter der
jeweiligen Veranstaltung festgelegt.
Hinweis: Gemäß 1.6 der Regel hat die DBU von ihrem
administrativen Ermessen Gebrauch gemacht und den verspäteten Beginn in 3.6 und
23 der STO geregelt.
1.8 Kein Üben während der Partie
Während der Begegnung ist das Üben nicht erlaubt. Spielt der Spieler einen Stoß,
der nicht zur Partie gehört, so begeht er ein Foul.
Kommentar: Dieses bezieht sich nicht nur auf den
Tisch, an dem die Partie gespielt wird, sondern auch auf alle anderen Tische am
Turnierort. Es ist ein Foul, wenn man einen Stoß spielt, der nicht zur aktuellen
Partie gehört. Die Partie beginnt mit dem ersten Anstoß und endet mit der
letzten versenkten Kugel im entscheidenden Spiel. Falls ein Spieler, der an der
Reihe ist, den nächsten Anstoß auszuführen, ein Foul zwischen zwei Spielen
begeht, so wird dieses Foul als Anstoßfoul gewertet. Falls sein Gegner in dieser
Situation ein Foul begeht, so bekommt der Gegner ein Foul, welches auf die
Drei-Foul-Strafe zählt, der Spieler muß aber trotzdem mit einem korrekten Anstoß
beginnen. Falls ein Spieler weiterhin während seiner Partie unerlaubt
Übungsstöße ausführt, so ist das als unsportliches Verhalten zu werten.
1.9 Keine Hilfe während der Partie
Während ein Spiel andauert, ist es dem Spieler untersagt, zur Planung oder
Ausführung eines Stoßes Zuschauer um Rat zu fragen. Falls ein Spieler um Rat
fragt und solchen erhält, verliert er das Spiel. Jeder Zuschauer, der spontan
einem Spieler irgendwelche wichtige Hilfe anbietet, wird des Turnierorts
verwiesen.
Kommentar: Im 14/1 wird der Verlust des Spiels
als spezielles vorsätzliches Foul, wie in Punkt 6.7.5
beschrieben, gewertet.
1.10 Nichtverlassen des Tisches
Ist die Aufnahme eines Spielers beendet, so muß er mit dem Spielen aufhören.
Mißachtet er dies, so verliert er das Spiel (Ausnahme 14/1 - geregelt als "bewußtes
Foul").
Kommentar: Falls ein Foul ausgesprochen wird,
während der Spieler sich im unmittelbaren Stoßvorgang befindet, so gilt dies
nicht als Verlust des Spiels.
1.11 Langsames Spielen
(1) Behindert ein Spieler nach Meinung des Schiedsrichters den Verlauf eines
Turniers oder einer Partie durch ständiges langsames Spiel, so kann der
Schiedsrichter diesen verwarnen und dann nach seinem Ermessen ein Zeitlimit von
maximal 45 Sekunden pro Stoß für beide Spieler auferlegen (d.h. beide Spieler
spielen unter Zeitlimit).
(2) Falls der Schiedsrichter dieses Limit über einen Spieler verhängt und es
überschritten wird, so zählt dies als Foul und der Gegner fährt gemäß den Regeln
des gerade gespielten Spiels fort.
(3) Während der Aufnahme eines Spielers beginnt die Zeitnahme, wenn ein Stoß
beendet ist und dauert bis zur Berührung der Pomeranze mit der Weißen. Die Zeit,
während der die Kugeln laufen, wird nicht gezählt.
(4) Startet ein Spieler mit Lageverbesserung auf dem ganzen Tisch, beginnt die
Zeitnahme sobald er im Besitz der Weißen ist und alle Kugeln aufgebaut bzw.
wiedereingesetzt sind.
(5) Zehn Sekunden, bevor die Zeit abläuft, sollte eine Ankündigung durch Ansage
von "Time" erfolgen.
(6) Überschreitet ein Spieler das für ein Turnier festgelegte Zeitlimit, so
liegt ein Foul vor und der Gegner fährt gemäß den Regeln des gerade gespielten
Spiels fort.
(7) Erfolgt die Zeitnahme für einen Stoß zu spät, weil der betreffende
Zeitnehmer fahrlässig oder unaufmerksam war, so behält der Spieler den Nutzen
des verspäteten Starts.
Kommentar: Grundsätzlich obliegt die
Entscheidung, wie lange das Zeitlimit sein soll, dem Ausrichter. Es soll jedoch
45 Sekunden nicht überschreiten. Der Zeitschiedsrichter muß genau in der Sekunde
"Foul" sagen, in welcher das Zeitlimit überschritten ist. Die Zeit beginnt, wenn
die Weiße die Hand des Schiedsrichters verlassen hat.
1.12 Zeitweilig gestopptes Spiel
Falls ein Spieler einen Stoß ausführt, während der Schiedsrichter die Partie
unterbrochen hat, so verliert er das Spiel. Die Ankündigung der Unterbrechung
wird als ausreichende Warnung angesehen (siehe auch Regel 2.27)
1.13 Time Out
(1) Grundsätzlich hat jeder Spieler ein Time Out von maximal 5 Minuten pro
Partie.
(2) Ein Spieler darf Time Out nur zwischen den Sätzen nehmen oder wenn er selbst
am Tisch ist (wenn ein Modus mit Sätzen gespielt wird).
(3) Während eines Time Outs sollte der Schiedsrichter ein Schild auf den Tisch
stellen. Während dieser Zeit ist das Üben auf dem Tisch untersagt.
(4) Wird ein Modus mit Sätzen gespielt, so wird jedem Spieler ein Time Out im
letzten Satz gewährt (im dritten Satz bei "best of three", im fünften Satz bei
"best of five"). Diese Regelung ist unabhängig davon, ob der Spieler schon in
einem früheren Satz Time Out genommen hat oder nicht.
Kommentar: Ausnahmen können in Partien mit
kurzen Ausspielzeiten und tieferen Ligen gemacht werden.
Hinweis: Gem. 1.6 der Regel hat die DBU von ihrem
administrativen Ermessen Gebrauch gemacht und geregelt, daß im Spielbetrieb der
DBU beim Time Out nur der Spieler den Spielort verlassen darf, der das Time Out
genommen hat.
1.14 Aufgabe
Gibt ein Spieler auf, so hat er die Partie verloren. Das Aufschrauben eines
zusammengeschraubten Queues, während der Gegner am Tisch ist, ist als Aufgabe
anzusehen. Es bedarf bei der Aufgabe keiner vorherigen Verwarnung durch den
Schiedsrichter.
Kommentar: Ein Spieler, der nicht aufgeben,
sondern nur seine Spitze wechseln möchte, sollte vorher den Schiedsrichter
informieren. Das Einpacken eines einteiligen Queues kommt dem Aufschrauben eines
zweiteiligen Queues gleich.
1.15 Zählweise bei abgebrochenen Spielen
(1) Spiele, die aus irgendwelchen Gründen, die in dieser Regel genannt sind,
abgebrochen werden, werden in keiner Weise mit in die Wertung und/oder Statistik
des Turniers einbezogen. Dabei ist es unerheblich, ob es vor dem Abbruch zu
irgendwelchen Wertungen gekommen ist. In der offiziellen Wertung werden keine
Punkte aufgeschrieben, sondern nur die Notizen
(2) Wird eine Partie aufgrund des Fehlverhaltens des Gegner abgebrochen und hat
der Spieler eine hohe Serie (oder ähnliches, welches zur Belohnung ansteht) in
der Partie erzielt, so zählt das Ergebnis für das Erreichen der Belohnung oder
des Preises.
Hinweis: Gem. 1.6 der Regel
hat die DBU von ihrem administrativen Ermessen Gebrauch gemacht und bestimmt,
daß die Wertung von Spielen, die aus irgendwelchen Gründen, welche in dieser
Regel genannt sind, abgebrochen werden, dem Bundessportwart und der
Ausschreibung vorbehalten bleiben. Näheres regelt die STO.
1.16 Spielen ohne Schiedsrichter
Ist kein Schiedsrichter verfügbar, so hat der Spieler dessen Aufgabe zu
übernehmen, der sich im Moment nicht am Tisch befindet.
Kommentar: Die folgenden Verfahrensweisen werden bei einem Spiel ohne
Schiedsrichter nicht angewandt: - Zeitlimit, Unsportliches Verhalten, Aufgabe.
Die Regel 1.16.1 findet in Europa keine Anwendung.
(1) entfällt (siehe obenstehenden Kommentar)
(2) Wird ein Spiel ohne Schiedsrichter gespielt, so gilt es als Foul, wenn
während eines Jumpshots, Bogenstoßes oder Kopfstoßes sich eine nicht anspielbare
Kugel bewegt, weil versucht wurde, über sie oder um sie herum zu spielen (egal
ob die Kugel durch die Hand, das Queue, das Hilfsqueue oder den Durchstoß bewegt
wurde.
(3) Sollte ein Stoß bevorstehen, der wahrscheinlich zu einer Streitsituation
führen wird, so kann der Spieler, der gerade nicht am Tisch ist, zeitweise einen
Turnieroffiziellen oder irgendeinen Dritten herbeirufen, welcher entscheiden
soll, ob der Stoß korrekt ist oder nicht.
Kommentar: Der herbeigerufene Dritte muß für beide Spieler akzeptabel
sein.
(4) Jegliche Streitsituation zwischen zwei Spielern wird vom Turnierleiter oder
dessen direktem Stellvertreter geschlichtet.
(5) Trifft die Weiße eine korrekte Farbige und eine momentan nicht korrekte
Kugel ungefähr zum gleichen Zeitpunkt und kann nicht genau bestimmt werden,
welche Kugel zuerst getroffen wurde, so ist im Zweifel für den anstoßenden
Spieler zu entscheiden.
(6) Die Kugeln müssen so nah wie möglich zueinander aufgebaut werden, am besten
press. Kugeln sollen nicht mehr als nötig "geklopft" werden. Zur Glättung des
Tusches ist dem Durchbürsten der Vorzug zu geben. (Weitere Anleitungen für
Turnierspiel im nächsten Kapitel "Anweisungen für Schiedsrichter".)
2.0 Anweisungen für Schiedsrichter
2.1 Turnieroffizielle/Schiedsrichter
Überall dort, wo sich diese Regeln auf den "Schiedsrichter" beziehen, ist zu
beachten, daß dort, wo dies sinnvoll erscheint, die Vorrechte und das Ermessen
des Schiedsrichters ebenfalls auf andere bezeichnete Turnieroffizielle
angewendet werden können.
Kommentar: Der Schiedsrichter muß immer
unparteiisch sein und sich so verhalten.
2.2 Befugnisse des Schiedsrichters
(1) Der Schiedsrichter sorgt für Ordnung und die Einhaltung der Regeln während
des Spiels. Er ist die letzte Instanz in Bezug auf Tatsachenentscheidungen.
(2) Der Schiedsrichter ist komplett verantwortlich für die Partie, die er gerade
leitet. Er kann nach seinem Ermessen andere Turnieroffizielle wegen
Regelinterpretationsfragen, Positionierung der Kugeln etc. ansprechen.
(3) Jegliche Entscheidungen werden jedoch von ihm und nur von ihm alleine
gefällt. Gegen diese Entscheidungen kann kein Spieler Einspruch bei höheren
Turnieroffiziellen einlegen. Nur wenn der Schiedsrichter bezüglich einer Regel
oder deren Anwendung einen Fehler begeht, kann ein höherer Turnieroffizieller
ihn überstimmen.
2.3 Verantwortlichkeit des Schiedsrichter
(1) Der Schiedsrichter ist komplett verantwortlich für jegliche Anfragen eines
Spielers bezüglich des Spielgeschehens, wie zum Beispiel, ob eine Kugel im
Dreieck ist oder außerhalb, ob eine Kugel im Kopffeld liegt, wie der Spielstand
ist, wieviele Punkte noch zum Sieg fehlen, ob ein Spieler aus einer Sicherheit
heraus spielt, ob ein Spieler oder sein Gegner ein Foul hat, welche Regel
angewendet würde, wenn ein bestimmter Stoß ausgeführt würde etc..
(2) Wird die Erklärung einer Regel erwünscht, so wird der Schiedsrichter die
betreffende Regel so gut er kann erklären, aber jegliche Fehlaussage des
Schiedsrichters kann einen Spieler nicht davor schützen, daß die eigentliche
aktuelle Regel angewendet wird.
(3) Der Schiedsrichter darf auf keine Art und Weise seine subjektive, das Spiel
betreffende, Meinung äußern, wie zum Beispiel ob ein guter Stoß machbar ist oder
nicht, ob ein Kombinationsstoß geht oder nicht, ob der Tisch schnell oder
langsam zu spielen ist etc..
2.4 Letztendliche Turnierbefugnis
(1) Obwohl diese Regeln versuchen, die große Mehrheit der bei Turnieren
auftretenden Situationen abzudecken, könnte sich immer noch ein gelegentlicher
Bedarf nach Interpretation der Regeln und ihrer korrekten Anwendung unter
unüblichen Umständen ergeben.
(2) Der Turnierleiter oder ein anderer Turnieroffizieller, dem für ein Turnier
die letztendliche Befugnis erteilt worden ist, trifft dann solche Entscheidungen
(außer Tatsachenentscheidungen des Schiedsrichters) nach seinem Ermessen. Diese
sind endgültig.
2.5 Wetten durch Schiedsrichter
Jegliches Wetten bezüglich der Spiele, der Spieler oder des Turniers ist den
Schiedsrichtern strengstens untersagt. Wetten eines Schiedsrichters (oder
anderer Turnieroffizieller) hat dessen sofortige Ablösung und den Entzug
jeglicher für das Turnier zugesagten finanziellen Mittel zur Folge.
2.6 Vor dem Spiel
Falls vor dem Spiel erforderlich reinigt der Schiedsrichter Tisch und Kugeln
oder läßt diese reinigen. Er stellt sicher, daß Kreide, Puder, Hilfsqueues
verfügbar sind. Falls erforderlich markiert er die Punkte, die Kopflinie, die
Längslinien und die äußeren Ecken des Dreiecks mit einem Bleistift oder läßt
diese markieren.
Kommentar: Dies trifft zu, falls der Ausrichter
Kreide, Puder und Hilfsqueues bereitgestellt hat. Der Umstand, daß keine Kreide,
kein Puder oder keine Hilfsqueues vorhanden sind, bedeutet nicht, daß der
Spieler deswegen nicht anzutreten braucht.
2.7 Der Aufbau
Der Schiedsrichter baut die Kugeln so nah wie möglich auf, was bedeutet, daß
jede Kugel die benachbarte Kugel berühren sollte. Es ist davon abzusehen, die
Kugeln mehr als notwendig zu "klopfen". Zur Glättung des Tuches ist dem
Durchbürsten der Gegend, wo das Dreieck aufgebaut wird, der Vorzug zu geben.
Baut ein Schiedsrichter die Kugeln für ein Spiel auf, ist es keinem Spieler
erlaubt, währenddessen oder nachher den Aufbau zu kontrollieren.
Kommentar: Falls ein Spieler mit dem Aufbau
nicht zufrieden ist, so kann er den Schiedsrichter bitten, noch einmal neu
aufzubauen. Ist der Schiedsrichter mit dem Aufbau jedoch zufrieden, so muß der
Spieler spielen. Weigert sich der Spieler zu spielen, wird Regel
2.28 angewandt.
2.8 Lochansage
(1) Beim Spielen mit Lochansage kann der Spieler eine Kugel seiner Wahl spielen,
muß jedoch, bevor er stößt, Kugel und Loch ansagen. Er muß keine Details ansagen
wie Karambolagen, Kombinationen oder Banden (solange dies korrekt ist). Jegliche
zusätzlich zu einer korrekt versenkten Kugel gesenkte Kugel wird zugunsten des
Spielers gewertet.
(2) Falls ein Schiedsrichter einen Stoß unkorrekt ansagt, so sollte ihn der
Spieler korrigieren, bevor er den Stoß ausführt.
(3) Kommt jedoch aus irgendwelchen Gründen eine Falschaussage zustande, so wird
der Stoß gewertet, wenn der Schiedsrichter der Auffassung ist, daß der Stoß wie
geplant ausgeführt wurde.
Kommentar: Offensichtliche Stöße müssen nicht
angesagt werden.
2.9 Foulansage
Der Schiedsrichter sagt Fouls sofort an, nachdem sie begangen worden sind und
weist den aufnahmeberechtigten Spieler darauf hin, daß er die Weiße frei
plazieren darf, wenn dies gemäß den Regeln zutrifft.
Kommentar: Der Schiedsrichter sagt "Foul" sobald
ein solches begangen worden ist, und nicht erst, wenn alle Kugeln zur Ruhe
gekommen sind. Die Foul-Ansage sollte laut genug sein, so daß auch das Publikum
dies hören kann. Offensichtliche Fouls sollen auch bekanntgegeben werden.
2.10 Gleichzeitiges Treffen
Sieht der Schiedsrichter, daß die Weiße eine korrekte und eine in diesem Moment
unkorrekte Kugel ungefähr gleichzeitig trifft und er kann nicht genau sagen,
welche Kugel zuerst getroffen wurde, so hat er im Zweifel für den stoßenden
Spieler zu entscheiden.
2.11 Ausräumen der Taschen
Wird auf Tischen ohne automatischen Kugelrücklauf gespielt, so entfernt der
Schiedsrichter die Kugeln aus vollen oder nahezu vollen Taschen. Es liegt in der
Verantwortlichkeit des Spielers, auf diese Tätigkeit zu achten. Der Spieler hat
kein Einspruchsrecht, falls eine Kugel aus einer vollen Tasche zurückspringt.
Kommentar: Das Ausräumen der Taschen sollte das
Spiel des Spielers nicht stören.
2.12 Säubern der Kugeln
Während eines Spiels kann der Spieler den Schiedsrichter dazu auffordern, eine
oder mehrere Kugeln zu reinigen. Der Schiedsrichter reinigt dann jede sichtbar
verschmutzte Kugel.
2.13 Wiedereinsetzen der Kugeln
Um jegliche unnötige Anleitung durch einen Spieler beim Wiederaufbau der Kugeln
zu vermeiden, sollte der Schiedsrichter die Kugeln so aufbauen, daß die Zahl der
Kugeln nach oben zeigt.
2.14 Erfragen von Informationen
Falls ein Schiedsrichter bei einem möglichen Foul keine Sicht gehabt hat, so
kann er eine Entscheidung nach jeglichen Kriterien fällen, die er für richtig
hält.
Kommentar: Falls ein Schiedsrichter bei einem
möglichen Foul keine Sicht gehabt hat, so kann er einen anderen
Turnieroffiziellen danach fragen, was passiert ist. Er muß dann alle Aussagen
bewerten und seine Entscheidung treffen.
2.15 Unzweckmäßiger Gebrauch von Ausrüstung
(1) Der Schiedsrichter sollte aufmerksam beobachten, ob ein Spieler Hilfsmittel
oder Ausrüstungsgegenstände auf eine Art und Weise benutzt, die nicht der
ursprünglich zugedachten entspricht. Turnieroffizielle sollten diesem Verhalten
der Spieler entgegenwirken.
(2) Grundsätzlich wird ein Verhalten nach Regel 2.15 (1) nicht bestraft, da der
Schiedsrichter oder ein Turnieroffizieller einschreiten muß, bevor ein solcher
Fall eintritt. Sollte jedoch ein Spieler diese (oder jegliche andere) Anweisung
ignorieren, nachdem er ausdrücklich darauf hingewiesen wurde, daß diese
Tätigkeit nicht erlaubt ist, so können die Turnieroffiziellen gegen diesen
Spieler gemäß den Regelungen unter "Unsportlichem Verhalten" einschreiten (Siehe
auch Regeln 1.3 und 1.4).
Kommentar: Siehe auch Regel
3.42
2.16 Verbindliche Warnungen
(1) Wann immer der Schiedsrichter die Gelegenheit dazu hat, muß er einen Spieler
warnen, wenn dieser dabei ist, ein schwerwiegendes Foul zu begehen (z.B. das
dritte Foul in Folge, Frage nach Ratschlägen, Weiterspielen nachdem ein Foul
ausgesprochen wurde). Ansonsten wird jegliches Foul als ein normales Foul
gewertet (außer wo gesondert vermerkt).
(2) In den Spielen, wo dies zutrifft, muß der Schiedsrichter den Spieler
informieren, daß dieser zwei Fouls hat. Unterläßt er dies, wird angenommen, daß
der Spieler nur ein Foul vor dem Stoß hatte.
(3) Der Schiedsrichter muß dem Spieler ansagen, daß eine Kugel press an der
Bande liegt. Anderenfalls wird die Situation so gewertet, als habe der Spieler
die Kugel mit dem Stoß an die Bande gespielt.
(4) Der Schiedsrichter muß den Spieler rechtzeitig vor dem Stoß informieren, je
nachdem, wann der Spieler ihm Zeit dazu gibt. Eine Warnung, die in dem Moment
ausgesprochen wird, wenn ein Spieler stößt, wird als ungenügend angesehen. Dem
Spieler muß genügend Zeit gegeben werden, auf die Warnung zu reagieren.
Kommentar: Ein Foul wird als schwerwiegend
angesehen, wenn es den Verlust des Spiels bedeutet.
2.17 Wiederherstellen einer Position
Ist es erforderlich eine Position wiederherzustellen, hat der Schiedsrichter die
Position der bewegten Kugeln so gut es geht wiederherzustellen. Ist der
Schiedsrichter unsicher, kann er zu diesem Zweck um Rat fragen.
Kommentar: Der Schiedsrichter kann die
betroffenen Spieler, andere Schiedsrichter oder Turnieroffizielle fragen. Seine
Entscheidung ist jedoch endgültig.
2.18 Störung von außerhalb
(1) Falls während eines Stoßes eine Störung von außerhalb auftritt und der Stoß
dadurch beeinflußt wird, stellt der Schiedsrichter die Lage vor dem Stoß wieder
her und der Stoß wird wiederholt.
(2) Hatte die Störung keinen Einfluß auf den Stoß, dann legt der Spieler die
durch die Störung bewegten Kugeln an ihre alte Position zurück und das Spiel
geht weiter.
(3) Falls die Kugeln nicht in ihre ursprüngliche Lage zurückgelegt werden
können, so wird das Spiel neu begonnen. Dabei hat der Spieler Anstoß, der das
Spiel auch ursprünglich begonnen hat.
Kommentar: Siehe auch Regel
3.34
2.19 Unkorrekt bewegte Kugeln
Jeder Spieler, der nach Meinung des Schiedsrichters eine Kugel absichtlich mit
unkorrekten Mitteln bewegt hat (Reißen am Tuch, Drücken oder Schieben des
Tisches etc.) verliert das Spiel und/oder die Partie durch Abbruch (Entscheidung
und Ermessen des Schiedsrichters siehe "Unsportliches Verhalten"). Eine
vorherige Warnung durch den Schiedsrichter ist nicht erforderlich.
Kommentar: Der Schiedsrichter sollte niemals auf
Verlust der Partie entscheiden. Das ist Sache des Turnierleiters.
2.20 Beurteilung von Durchstößen
(1) Beträgt die Entfernung zwischen der Weißen und der farbigen Kugel weniger
als die Stärke eines Stückes Kreide, so hat der Schiedsrichter besondere
Aufmerksamkeit walten zu lassen.
(2) Läuft in einer solchen Situation die Weiße der farbigen Kugel mehr als eine
halbe Kugelstärke nach, so liegt ein Foul vor. Dies gilt nicht, wenn der
Schiedsrichter sicher sagen kann, daß ein korrekter Stoß ausgeführt wurde.
Kommentar: Wenn die Weiße schneller ist als die
farbige, dann muß es ein Durchstoß gewesen sein. Das heißt umgekehrt nicht, daß
der Stoß korrekt gewesen sein muß, wenn die Weiße langsamer läuft als die
farbige. Durchstöße können oftmals am Klang erkannt werden.
2.21 Warnung "Außerhalb des Kopffeldes"
(1) Darf ein Spieler die Weiße im Kopffeld verlegen, so muß ihn der
Schiedsrichter warnen, wenn er sieht, daß der Spieler von außerhalb des
Kopffeldes spielen möchte.
(2) Stößt der Spieler dann trotz der Warnung von der Kopflinie oder von
außerhalb des Kopffeldes, so liegt ein Foul vor. Siehe die speziellen
Spielregeln bezüglich der Bestrafung.
Kommentar: Siehe auch Regel
3.9
2.22 Platzzuweisung des Spielers
(1) Die Spieler müssen sich an dem ihnen zugewiesenen Ort aufhalten, während der
Gegner am Tisch ist.
(2) Sollte ein Spieler während der Partie den Spielort verlassen müssen, so hat
er dafür den Schiedsrichter zu fragen und dessen Erlaubnis abzuwarten.
(3) Der Schiedsrichter sollte seine Aufmerksamkeit darauf richten, daß nicht
unnötig viel Zeit gebraucht wird und daß ein Spieler dieses Privileg nicht dazu
mißbraucht, seinen Gegner zu beeinträchtigen.
Kommentar: Siehe auch Regel
1.13
2.23 Verbot der Annahme von Ratschlägen von
außerhalb
(1) Sofern es nicht durch turnierspezifische Regeln ausdrücklich erlaubt ist,
ist es dem Spieler untersagt, wissentlich jede Art von Ratschlägen von außerhalb
anzunehmen.
(2) Während des Spiels ist es dem Spieler untersagt, mit anderen Personen als
den Turnieroffiziellen oder seinem Gegner Kontakt aufzunehmen.
(3) Sollte ein Spieler eine Unterhaltung begehren, um z.B. ein Getränk oder
einen Ausrüstungsgegenstand zu bestellen, oder er hat irgend einen anderen
erlaubten Grund, so muß er dies entweder durch einen Turnieroffiziellen oder mit
der Genehmigung und unter Beobachtung des Schiedsrichters tun.
(4) Hat der Schiedsrichter Grund zu der Annahme daß ein Spieler wissentlich
Unterstützung bezüglich des Spiels von außerhalb anfordert oder akzeptiert, so
muß er die entsprechenden Schritte wegen "unsportlichem Verhaltens" einleiten.
Kommentar: "Coaching" während des Time-Outs ist
nicht erlaubt.
2.24 Störung oder Belästigung von außerhalb
Falls ein Zuschauer, der nicht selbst Spieler des Turniers ist, die Spieler in
irgendeiner Weise vorsätzlich optisch oder akustisch stört, kann der
Schiedsrichter verlangen, daß der Zuschauer den Raum verläßt.
2.25 Langsames Spiel
(Siehe Punkt 1.11 dieser Regel.)
2.26 Proteste
(1) Ein Spieler kann vom Schiedsrichter oder von einem zuständigen
Turnieroffiziellen eine Interpretation der Regel verlangen oder gegen eine
Fehlentscheidung bezüglich eines Fouls protestieren.
(2) Der Protest oder die Anfrage haben vor dem nächsten Stoß zu erfolgen, da sie
ansonsten nicht mehr berücksichtigt werden können. Wird dies unterlassen, so
bleibt das Foul ohne Folgen und wird als nicht existent betrachtet.
(3) Der Schiedsrichter ist die letzte Instanz bei Tatsachenentscheidungen.
(4) Glaubt ein Spieler, daß der Schiedsrichter die Regel unkorrekt anwendet und
der Streitfall nicht dadurch gelöst werden kann, daß sich auf die Regel berufen
wird, so muß der Schiedsrichter den Protest an den Turnierleiter oder dessen
Stellvertreter weiterleiten. Die Entscheidung des Turnierleiter bezüglich der
Regel ist endgültig.
(5) Ein Spieler kann auch protestieren, wenn er meint, daß der Schiedsrichter
ungerechtfertigterweise ein Foul gegeben hat. In jedem Fall wird die Partie
angehalten, bis der Protest behandelt wurde.
(6) Alle Spieler haben die Anfrage des Gegners, das Spiel anzuhalten, zu
respektieren, wenn
a) ein Turnieroffizieller gerufen wird oder
b) der Schiedsrichter gebeten wird, eine Regelfrage zu kontrollieren oder durch
einen anderen Turnieroffiziellen zu bestätigen
(7) Sollte eine solche Anfrage nicht respektiert werden, so kann dies eine
Disqualifikation oder den Verlust der Partie wegen "unsportlichem Verhalten"
nach sich ziehen.
2.27 Zeitweilig gestopptes Spiel
(1) Der Schiedsrichter kann eine Partie immer dann unterbrechen, wenn Spieler
Protest einlegen oder wenn er meint, daß eine Fortführung des Spiels im Moment
nicht durchführbar ist.
(2) Stört ein Zuschauer eine Partie, so kann die Partie gestoppt werden, bis
dieser Zuschauer vom Spielort entfernt worden ist.
Kommentar: Siehe auch Regel 1.12.
2.28 Unsportliches Verhalten
(1) Der Schiedsrichter hat das Recht und die Pflicht, sicherzustellen, daß kein
Spieler irgendwelche Aktivitäten unternimmt, die nach seiner Meinung ihrer Natur
nach unsportlich sind, sich peinlich, störend oder schädlich auf andere Spieler,
Turnieroffizielle oder Gäste oder den Sport generell auswirken.
(2) Der Schiedsrichter oder andere Turnieroffizielle haben das Recht, jeden
Spieler, der sich unsportlich verhält, mit oder ohne Warnung zu disqualifizieren
oder zu bestrafen.
Kommentar: Die Disqualifikation eines Spielers
sollte, wenn überhaupt, nur nach Rücksprache mit einem Turnieroffiziellen
erfolgen. Falls der Turnierleiter einer Disqualifikation zustimmt, so kann der
betroffene Spieler immer noch dem Turnierleiter die Situation aus seiner Sicht
schildern. Falls ein solches Verhalten von einem Spieler dann begangen wird,
wenn er seinem Gegner eine klare Gewinnkugel zurückläßt, so wird als Strafe ein
zusätzliches Spiel als verloren gewertet. Der Spieler darf nur im letzten,
entscheidenden Spiel aufgeben (Schenken der letzten Kugel).
3.0 Allgemeine Pocket-Billard-Regeln
Diese allgemeinen Regeln beziehen sich auf alle Pocket-Billard-Spiele, außer es
ist in den speziellen Spielregeln von einzelnen Spielarten anders vermerkt.
3.1 Tisch, Kugeln, Ausrüstung
Alle in dieser Regel beschriebenen Spiele sind für Tische, Kugeln und Ausrüstung
geschaffen, die den Standard der WPA-Equipment-Specifications erreichen.
Kommentar: Für europäische Turniere gelten die
EPBF-Spezifikationen entsprechend.
3.2 Aufbau der Kugeln
Beim Aufbau der Kugeln muß ein Dreieck benutzt werden. Die vorderste Kugel muß
genau auf dem Fußpunkt liegen. Alle anderen Kugeln müssen hinter der vordersten
Kugel aufgereiht und so aneinander gelegt werden, daß sie sich berühren.
3.3 Das Stoßen der Weißen
Um einen Stoß korrekt auszuführen ist es notwendig, daß die Weiße nur mit der
Pomeranze Kontakt hat. Sollte diese Bedingung nicht erfüllt werden, liegt ein
Foul vor.
3.4 Nichtversenken einer Kugel
Gelingt es einem Spieler nicht, mit einem korrekten Stoß eine Kugel zu
versenken, so ist seine Aufnahme vorbei und der Gegner ist am Tisch.
3.5 Das Ausstoßen
(1) Um zu bestimmen, welcher Spieler das Recht des ersten Anstoßes erhält, wird
wie folgt verfahren:
a) beide Spieler haben Kugeln von gleicher Größe und Gewicht zu verwenden
(vorzugsweise zwei Weiße, ansonsten volle farbige).
b) mit freier Lageverbesserung im Kopffeld spielen beide Spieler ihre Kugel an
die Fußbande und zurück an das Kopfende des Tisches, der eine links vom
Kopfpunkt, der andere rechts davon.
c) der Spieler, dessen Kugel am nächsten an die innere Kante der Kopfbande zum
Liegen kommt, gewinnt das Ausstoßen.
(2) Das Ausspielen ist automatisch verloren, wenn
a) die Kugel in die Spielhälfte des Gegners läuft
b) die Kugel die Fußbande nicht berührt
c) die Kugel versenkt wird
d) die Kugel vom Tisch springt
e) die Kugel eine der Längsbanden berührt
f) die Kugel so in einer Ecktasche liegen bleibt, daß sie hinter der Nase der
Kopfbande zum Liegen kommt
g) die Kugel die Fußbande mehr als einmal berührt
(3) Begehen beide Spieler einen Fehler oder kann der Schiedsrichter nicht genau
bestimmen, welche Kugel näher an der Bande liegt, so gilt das Ausstoßen als
unentschieden und muß wiederholt werden.
Kommentar: Spielt ein Spieler seine Kugel, so
muß der Gegner seinen Stoß ausgeführt haben, bevor die Kugel des Spielers die
Fußbande anläuft, um ein gleichzeitiges Ausstoßen zu gewährleisten. Ist dies
nicht der Fall, und der Schiedsrichter meint, daß der Gegner später gestoßen
hat, um sich einen Vorteil zu verschaffen, so muß das Ausstoßen wiederholt
werden.
3.6 Eröffnungsstoß
Der Eröffnungsstoß wird entweder durch Ausstoßen oder Auslosen bestimmt. (Das
Ausstoßverfahren ist erforderlich für Turniere und andere offizielle
Wettbewerbe). Der Spieler, der das Ausstoßen oder das Auslosen gewinnt, hat die
Wahl, den Eröffnungsstoß selbst auszuführen oder seinen Gegner dies tun zu
lassen.
Hinweis: Gem. 1.6 der Regel
hat die DBU von ihrem administrativen Ermessen Gebrauch gemacht und festgelegt,
daß das Ausstoßverfahren zwingend durchzuführen ist.
3.7 Die Weiße beim Eröffnungsstoß
Beim Eröffnungsstoß hat der Spieler Lageverbesserung im Kopffeld. Die farbigen
Kugeln sind entsprechend der zu spielenden Spielart aufgebaut. Das Spiel wird
als eröffnet angesehen, sobald die Weiße mit der Pomeranze gestoßen wurde und
über die Kopflinie hinausgelaufen ist.
Kommentar: Siehe auch Regel
3.39
3.8 Ablenken der Weißen beim Eröffnungsstoß
(1) Wird beim Anstoß die Weiße nach dem Verlassen des Kopffeldes und vor dem
Treffen der Farbigen abgelenkt oder aufgehalten, liegt ein Foul vor.
(2) Der Gegner kann Lageverbesserung aus dem Kopffeld spielen oder den anderen
Spieler dies tun lassen.
Kommentar: Ausnahme 9-Ball, siehe Regel 5.3:
Lageverbesserung auf dem ganzen Tisch.
(3) Der Spieler ist darauf hinzuweisen, daß ein zweiter solcher Vorfall während
der Partie den Verlust der Partie bedeutet.
Kommentar: Siehe Regel
3.28
3.9 Freie Lageverbesserung im Kopffeld
(1) Bei bestimmten Spielarten erfolgt eine Lageverbesserung im Kopffeld für den
Gegner, wenn der Spieler die Weiße in eine Tasche laufen läßt.
(2) Der aufnahmeberechtigte Spieler kann dann die Weiße beliebig im Kopffeld
frei plazieren. Er kann auf jede beliebige farbige Kugel spielen, solange diese
mit ihrem Mittelpunkt auf der Kopflinie oder darüber hinaus im Spielfeld liegt.
Er darf keine Kugel anspielen, deren Mittelpunkt sich im Kopffeld befindet, es
sei denn, daß er zuerst die Weiße aus dem Kopffeld herausspielt und diese dann
aufgrund des Kontaktes mit einer Bande wieder in das Kopffeld läuft und die sich
dort befindliche farbige Kugel trifft. Der Mittelpunkt einer Kugel (der Punkt,
der die Spielfläche berührt) bestimmt, ob eine Kugel im oder außerhalb des
Kopffeldes liegt.
(3) Falls der aufnahmeberechtigte Spieler die Weiße ungewollt außerhalb des
Kopffeldes plaziert, so muß sein Gegner oder der Schiedsrichter ihn vor dem Stoß
darüber informieren. Informiert der Gegner den Spieler vor dem Stoß nicht über
das unkorrekte Einsetzen der Weißen, so gilt der Stoß als korrekt. Wird der
Spieler über das unkorrekte Einsetzen der Weißen informiert, so muß er deren
Lage korrigieren.
(4) Falls ein Spieler die Weiße ganz und offensichtlich außerhalb des Kopffeldes
plaziert und dann stößt, so gilt dies als Foul. Dabei ist unerheblich, ob die
Feststellung durch den Gegner oder den Schiedsrichter erfolgt.
(5) Hat ein Spieler freie Lageverbesserung im Kopffeld, so ist die Weiße erst
dann wieder im Spiel, wenn der Spieler die Weiße mit der Pomeranze aus dem
Kopffeld herausspielt. Die Weiße darf mit Hilfe der Hand, des Queues etc.
verlegt werden.
(6) Sobald die Weiße jedoch einmal gemäß oben genannter Definition im Spiel ist,
darf der Spieler sie nicht mehr anderweitig beeinflussen. Verstößt der Spieler
gegen diese Bestimmung begeht er ein Foul.
Kommentar: Siehe auch Regel 3.38
und 3.39
3.10 Versenkte Kugeln
Eine Kugel wird als versenkt angesehen, wenn sie als Resultat eines korrekten
Stoßes von der Spielfläche in eine Tasche fällt und dort verbleibt.
Kommentar: Eine Kugel, die aus einem
Kugelrücklaufsystem eines Tisches fällt, ist als versenkt anzusehen. Eine Kugel,
die aus einer Tasche auf den Tisch zurückspringt, ist nicht als versenkt
anzusehen. Siehe auch Regel 3.19.
3.11 Position einer Kugel
Die Position einer Kugel wird danach bestimmt, wo sich ihr Mittelpunkt befindet.
3.12 Fuß auf dem Boden
Hat der Spieler zur Zeit des Stoßes nicht mindestens einen Fuß auf dem Boden,
begeht er ein Foul. Die Fußbekleidung muß in Bezug auf Größe, Form und Art dem
Normalen entsprechen.
3.13 Stoßen, während sich noch eine Kugel
bewegt
Stößt ein Spieler, während sich noch eine farbige Kugel oder die Weiße bewegt
(eine sich drehende Kugel ist in Bewegung), begeht er ein Foul.
3.14 Beendigung des Stoßes
Ein Stoß gilt als beendet und kann gewertet werden, wenn alle Kugeln zur Ruhe
gekommen sind. Eine sich drehende Kugel ist in Bewegung
Kommentar: Das bedeutet, daß am Ende eines
Spiels die Weiße und alle anderen Kugeln zur Ruhe gekommen sein müssen.
3.15 Definition der Kopflinie
(1) Die Kopflinie ist kein Bestandteil des Kopffeldes.
(2) Eine Kugel ist spielbar, wenn sie sich mit ihrem Mittelpunkt auf der
Kopflinie befindet und die spezielle Spielregel es verlangt, daß nur Kugeln
gespielt werden dürfen, die außerhalb des Kopffeldes liegen.
(3) Ebenso muß die Weiße, wenn sie im Kopffeld frei verlegt werden darf, hinter
der Kopflinie liegen. Sie darf nicht direkt auf ihr liegen.
3.16 Generelle Regeln, alle Fouls
Obwohl die Bestrafungen für Fouls von Spielart zu Spielart variieren, gelten
folgende Regeln für alles Fouls:
a) die Aufnahme des Spielers ist beendet
b) bei einem vorherigen Stoß zählen alle mit Foul versenkten Kugeln nicht zur
Wertung für den Spieler und der Stoß ist ungültig
c) sämtliche mit Foul versenkte Kugeln werden nur dann wieder aufgebaut, wenn es
die speziellen Spielregeln dies verlangen.
3.17 Kein Kontakt mit einer Farbigen
Berührt die Weiße eine unkorrekte farbige Kugel als erste, liegt ein Foul vor.
Das Wegspielen von einer Kugel ist nicht als Treffen derselben anzusehen.
Kommentar: Ausnahme: Push-out im 9-Ball. Es ist
erlaubt, beliebig viele Banden anzuspielen, bevor die korrekte Farbige getroffen
wird.
3.18 Korrekter Stoß
(1) Ein Spieler muß die Weiße gegen eine farbige Kugel spielen und infolgedessen
muß dann
a) eine farbige Kugel versenkt werden oder
b) die Weiße oder eine farbige Kugel gegen eine Bande laufen, es sei denn, eine
spezielle Spielart bestimmt dies anders
(2) Werden diese Bedingungen nicht erfüllt, so liegt ein Foul vor.
Kommentar: Ausnahme: Push-out im 9-Ball. Es ist
erlaubt, beliebig viele Banden anzuspielen, bevor die korrekte farbige getroffen
wird.
3.19 Versenken der Weißen
(1) Wird die Weiße infolge eines Stoßes in eine Tasche gespielt, so liegt ein
Foul vor.
(2) Berührt die Weiße eine bereits versenkte Kugel (z.B. wenn eine Tasche voll
ist), so liegt ein Foul vor.
3.20 Fouls durch Berühren von Kugeln
(1) Zur Ausführung eines korrekten Stoßes darf die Weiße mit der an der
Queuespitze befestigten Pomeranze berührt werden.
(2) Werden die sich im Spiel befindliche Weiße oder die farbigen Kugeln mit
etwas anderem (Körper, Kleidung, Kreide, Queuehilfe, Queuespitze etc.) gestoßen,
berührt oder bewegt, liegt ein Foul vor.
(3) Immer, wenn ein Schiedsrichter eine Partie überwacht, muß jede bewegte
farbige Kugel in ihrer neuen Position verbleiben und der Gegner hat nicht das
Recht, diese wieder zurücklegen zu lassen.
Kommentar: Beachte Regel
1.16
3.21 Foul während der Lageverbesserung
Wird eine farbige Kugel während der Lageverbesserung berührt, liegt ein Foul
vor.
3.22 Fouls durch Durchstoßen
(1) Berührt die Weiße die betreffende farbige Kugel vor der Ausführung des
Stoßes, so kann der Spieler in Richtung der Farbigen stoßen, vorausgesetzt, daß
er mit seinem Queue stößt und nicht schiebt.
(2) Berührt das Queue die Weiße mehr als einmal während des Stoßes oder wenn das
Queue noch Kontakt mit der Weißen hat, während oder nachdem die Farbige
getroffen wurde, so liegt ein Foul vor (siehe Regel 2.20, um
diese Art Stoß zu beurteilen).
(3) Falls eine dritte Kugel in der Nähe ist, so sollte vorsichtig vorgegangen
werden, um mit dieser Kugel kein Foul gemäß des ersten Teils dieser Regel zu
begehen.
Kommentar: "Kontakt" im Sinne dieser Regel
bedeutet neuen Kontakt.
3.23 Druckstoß-Fouls
Wird die Weiße mit der Pomeranze geschoben und hat länger Kontakt mit ihr als
ein entsprechender Stoß, so liegt ein Foul vor. (Diese Stöße werden
üblicherweise Druckstöße genannt.)
3.24 Fouls in der Verantwortlichkeit des
Spielers
(1) Der Spieler trägt die Verantwortung für Kreide, Queuehilfe, Queueschleifer
und jegliche anderen mitgebrachten Gegenstände oder Ausrüstungsgegenstände, die
er benutzt oder am Tisch verwendet.
(2) Läßt der Spieler ein Stück Kreide fallen oder bricht ihm der Kopf des
Hilfsqueues ab und berührt er damit irgendeine sich im Spiel befindliche Kugel
(oder, wenn ohne Schiedsrichter gespielt wird, nur die Weiße), so liegt ein Foul
vor.
Kommentar: Siehe auch Regel
1.16.1.
Hinweis: Die Regel 1.16.1 findet in Europa keine Anwendung.
3.25 Unkorrektes Abheben von Kugeln
Trifft ein Spieler die Weiße absichtlich unterhalb der Mitte mit dem Ziel, sie
springen zu lassen um eine versperrte Kugel zu spielen, liegt ein Foul vor.
Diese Situation kann versehentlich auftreten und ist dann nicht als Foul zu
werten. Berührt z.B. das Ferrul oder die Spitze die Weiße während eines solchen
Stoßes, liegt ein Foul vor.
Kommentar: Wird eine Kugel über die Bande
gespielt, so liegt kein Foul vor, wenn die Kugel nach dem Anlaufen der Bande
zurückspringt, wenn ansonsten ein korrekter Stoß ausgeführt wurde.
3.26 Jump Shots
Soweit es in speziellen Spielregeln nicht ausdrücklich untersagt ist, kann die
Weiße durch Anheben des Queues so gestoßen werden, daß sie von der Spielfläche
abhebt und springt. Jegliches Abrutschen während eines solchen "Jump-shots" ist
als Foul zu werten.
3.27 Kugeln, die vom Tisch springen
(1) Kugeln, die nach dem Stoß außerhalb der Spielfläche zur Ruhe kommen (z.B.
auf der Bande, auf der Tischkante, auf dem Boden etc.), werden als vom Tisch
gesprungene Kugeln angesehen.
(2) Kugeln können auf den Tisch oder die Banden springen und werden nicht als
vom Tisch gesprungene Kugeln angesehen, wenn sie aus eigener Kraft auf die
Spielfläche zurückkehren und dabei nichts berührt haben, was nicht zum Tisch
gehört.
(3) Der Tisch besteht aus den Teilen, die fest mit ihm verbunden sind. (Kugeln,
die etwas berühren, das nicht zum Tisch gehört, z.B. Lampen, Kreide auf der
Tischkante und den Banden etc., werden auch dann als vom Tisch gesprungene
Kugeln gewertet, wenn sie aus eigener Kraft nach Kontakt mit diesen Dingen auf
die Spielfläche zurückkehren.)
(4) In allen Pocket-Billard-Spielarten liegt ein Foul vor, wenn der Stoß zur
Folge hat, daß die Weiße oder eine farbige Kugel vom Tisch springt.
(5) Die vom Tisch gesprungenen farbigen Kugeln werden wieder aufgebaut (außer im
9-Ball), nachdem alle anderen Kugeln aufgehört haben, sich zu bewegen. Für das
Wiedereinsetzen der Weißen siehe die speziellen Spielregeln der Spielarten.
3.28 Besondere Strafe für absichtliche
Fouls
(1) Die sich im Spiel befindliche Weiße darf mit nichts anderem (z.B. Ferrul,
Spitze etc.) als der am Queue befestigten Pomeranze bewegt werden.
(2) Während ein solcher Kontakt automatisch gemäß Regel 3.19
als Foul zu werten ist, kann der Schiedsrichter, wenn er glaubt, daß die
Berührung absichtlich erfolgt ist, den Spieler einmal pro Partie warnen, daß
eine zweite solche Berührung zum Spielverlust führt.
(3) Tritt eine zweite dieser absichtlichen Berührungen auf, so ist die Partie
beendet.
Kommentar: Der Abbruch der Partie sollte nach
Rücksprache mit dem Turnierleiter geschehen.
Hinweis: Im Spielbetrieb der DBU ist folgendes zu beachten: Partie
bedeutet das Match (Einzelbegegnung auch im Mannschaftswettbewerb), selbst wenn
auf mehrere Sätze gespielt wird.
3.29 Ein-Foul-Grenze
(1) Ein Spieler kann pro Aufnahme nur ein Foul begehen, es sei denn, daß
spezielle Spielregeln dies anders vorschreiben.
(2) Falls verschiedene Strafen angewandt werden können, so bestimmt die
schwerste der angedrohten Strafen, welches Foul gewertet wird.
3.30 Kugeln, die sich plötzlich bewegen
(1) Wenn sich eine Kugel auf der Stelle bewegt, dreht oder auf sonst eine Art
und Weise "selbst bewegt", so bleibt die Kugel in der Position, die sie
einnimmt, und das Spiel geht weiter
(2) Eine nah am Loch liegende Kugel, die "von allein" in das Loch fällt, nachdem
sie für mindestens 5 Sekunden ruhig lag, wird so nah wie möglich wieder an ihre
ursprüngliche Position gelegt und das Spiel geht weiter.
(3) Falls eine farbige Kugel "von allein" in ein Loch fällt, während ein Spieler
auf sie spielt und die Weiße über den Punkt, an dem die Farbige lag, hinausläuft
und sie nicht treffen kann, so werden beide Kugeln, Farbige und Weiße, wieder in
die Position gelegt, die sie vor dem Stoß hatten und der Spieler muß den Stoß
neu ausführen. Jegliche andere farbige Kugeln, die in Zusammenhang mit diesem
Stoß bewegt wurden, müssen wieder in ihre ursprüngliche Position gelegt werden,
bevor der Stoß neu ausgeführt wird.
Kommentar: Siehe auch Regel 2.18
und 2.24
3.31 Wiedereinsetzen der Kugeln
(1) Falls spezielle Spielregeln das Wiedereinsetzen von Kugeln verlangen, so
werden diese nach Beendigung des Stoßes auf der Längslinie aufgesetzt.
(2) Eine einzelne Kugel wird auf den Fußpunkt gesetzt.
(3) Falls mehrere Kugeln wieder eingesetzt werden müssen, so werden diese auf
der Längslinie in aufsteigender numerischer Reihenfolge aufgebaut, wobei die
erste Kugel auf den Fußpunkt kommt und die anderen dahinter in Richtung
Fußbande.
(4) Falls Kugeln auf oder nahe des Fußpunktes oder der Längslinie das Aufbauen
behindern, so werden diese Kugeln auf der Längslinie so nah wie möglich am
Fußpunkt aufgebaut, ohne die sich bereits dort befindlichen Kugeln zu bewegen.
(5) Wiedereingesetzte Kugeln müssen so nah wie möglich oder press (nach Ermessen
des Schiedsrichters) an dort bereits liegende Kugeln gesetzt werden, ausgenommen
die Weiße stört den Aufbau.
(6) Kugeln, die an der Weißen wieder eingesetzt werden, müssen so nah wie
möglich, dürfen aber nicht press liegen.
(7) Sollte für wiedereinzusetzende Kugeln nicht genügend Platz auf der
Längslinie zwischen dem Fußpunkt und der Fußbande sein, so werden diese Kugeln
auf der gedachten "Verlängerung" der Längslinie (zwischen Fußpunkt und
Mittelpunkt) so nah wie möglich am Fußpunkt wieder eingesetzt. Dabei wird die
gleiche numerische Reihenfolge eingehalten wie beim Wiedereinsetzen hinter dem
Fußpunkt (Kugel mit der niedrigsten Zahl am nächsten zum Fußpunkt).
Kommentar: Der Schiedsrichter sollte immer sein
Bestes geben, um die Kugeln so press wie möglich an andere Farbige aufzubauen.
3.32 Eingeklemmte Kugeln
(1) Falls zwei oder mehrere Kugeln in der Tasche auf eine Art und Weise
eingeklemmt sind, daß eine oder mehrere in der Luft hängen, so soll der
Schiedsrichter die Position der Kugeln prüfen und wie folgt verfahren:
a) die Kugeln sollen direkt von oben angeschaut werden
b) jede Kugel, die seiner Meinung nach auf geradem Weg nach unten in das Loch
fallen würde, ist als gefallen anzusehen
c) jede Kugel, die nach seiner Meinung auf die Tischplatte fallen würde, ist als
nicht gefallen anzusehen.
(2) Die Kugeln werden dann gemäß der Einschätzung des Schiedsrichters aufgebaut
und das Spiel wird gemäß der speziellen Spielregel fortgeführt, so als ob die
Situation der eingeklemmten Kugeln gar nicht aufgetreten wäre.
3.33 Zusätzlich versenkte Kugeln
Führt ein Spieler einen korrekten, zur Wertung zählenden Stoß durch, durch den
eine oder mehrere Farbige zusätzlich zu der angesagten, beabsichtigten oder
berechtigten Kugel oder Kugeln fallen, so werden diese Kugeln nach den Regeln
des jeweiligen Spiels gezählt.
3.34 Störung von außerhalb
(1) Falls Kugeln während des Spiels von einem unbeteiligten Dritten bewegt
werden (oder ein Spieler so angerempelt wird, daß dies das Spiel direkt
beeinflußt), so werden die Kugeln direkt nach der Störung so nach wie möglich an
ihre ursprüngliche Position gelegt und das Spiel wird fortgeführt, ohne daß der
Spieler eine Strafe erhält.
(2) Wird das Spiel geleitet, so setzt der Schiedsrichter die Kugeln wieder ein.
Diese Regelung bezieht sich auch auf Störungen durch "höhere Gewalt", wie z.B.
Erdbeben, Hurricane, Herunterfallen der Tischlampe, Stromausfall etc.
(3) Können die Kugeln nicht in ihre ursprüngliche Lage zurückgelegt werden, so
wird das Spiel neu begonnen. Es stößt der Spieler neu an, der auch ursprünglich
angestoßen hat.
(4) Regel 3.34 (3) bezieht sich nicht auf 14/1-endlos, wo das Spiel aus
aufeinanderfolgenden Brettern besteht. Das derzeitige Brett wird abgebrochen und
ein komplettes neues Dreieck wird aufgebaut und die Anforderungen des
Eröffnungsstoßes müssen erfüllt werden. (Die Spieler stoßen neu aus.) Die
Punktewertung wird mit dem Ergebnis weitergeführt, wie es zur Zeit der Störung
war.
3.35 Anstoßrecht nacheinander folgender
Spiele
(1) In einer Partie, bei der sogenannte "schnelle Spiele" (z.B. 9-Ball, 8-Ball
etc.) gespielt werden, beginnt der Sieger eines Spiels das nächste Spiel.
(2) Folgende Alternativmöglichkeiten können jedoch vor dem Turnier von den
Turnieroffiziellen bekanntgegeben werden:
a) die Spieler eröffnen abwechselnd
b) der Verlierer beginnt
c) der nach Punkten führende Spieler beginnt
Kommentar: Ausnahme: 8-Ball; siehe Regel
4.4
Hinweis: Gemäß 1.6 der Regel hat die DBU von ihrem
administrativen Ermessen Gebrauch gemacht und festgelegt: Näheres regelt das
Sportprogramm. Das Anstoßrecht kann abgegeben werden.
3.36 Spiel in Aufnahmen
(1) Während eines Spiels wechseln sich die Spieler mit ihren Aufnahmen am Tisch
ab.
(2) Eine Aufnahme ist beendet, wenn es einem Spieler entweder nicht gelingt,
korrekt eine Kugel zu versenken, oder wenn er ein Foul begeht.
(3) Wird eine Aufnahme ohne Foul beendet, so muß der dann aufnahmeberechtigte
Spieler die Position der Kugeln so akzeptieren, wie er sie vorfindet.
3.37 Farbige press an der Bande oder an der
Weißen
(1) Diese Regel bezieht sich auf jeden Stoß, bei dem der erste Kontakt der
Weißen mit einer Farbigen erfolgt, die press an einer Bande oder an der Weißen
selbst liegt. Nachdem die Weiße die press liegende Farbige berührt, muß entweder
a) eine Kugel versenkt werden
b) die Weiße eine Bande anlaufen
c) die Farbige eine Bande anlaufen (und nicht nur von der Bande abprallen, an
der sie liegt) oder
d) eine andere Farbige eine Bande anlaufen, an der sie nicht schon press gelegen
hat.
(2) Nichterfüllen von zumindest einer dieser vier Bedingungen ist ein Foul.
(Beachte: 14/1 und andere spezielle Regeln verlangen zusätzliche Bedingungen und
Voraussetzungen bei dieser Regel; siehe spezielle Spielregel.)
(3) Eine Farbige wird solange nicht als press an der Bande liegend angesehen,
bis sie vor dem Stoß untersucht und dies entweder vom Schiedsrichter oder von
einem der Spieler angekündigt wird.
Kommentar: Wenn eine pressliegende Kugel an
dieselbe Bande zurückläuft, nachdem sie eine andere Farbige berührt hat, so
liegt kein Foul vor.
3.38 Spielen aus dem Kopffeld
(1) Spielt ein Spieler Lageverbesserung aus dem Kopffeld, so muß er die Weiße
erst aus dem Kopffeld herausspielen, bevor sie entweder eine Bande oder eine
farbige Kugel berührt.
(2) Erfüllt der Spieler diese Bedingungen nicht, so begeht er ein Foul, falls
das Spiel von einem Schiedsrichter geleitet wird. Wird ohne Schiedsrichter
gespielt, kann der Gegner entweder ein Foul gelten lassen, oder den Spieler den
Stoß in der ursprünglichen Form wiederholen lassen (wobei dann kein Foul
gewertet würde).
(3) Als Ausnahme von der Regel gilt und ein korrekter Stoß liegt vor, wenn eine
Farbige auf der Kopflinie oder außerhalb des Kopffeldes liegt (und somit
spielbar ist), sie aber so nah an der Kopflinie liegt, daß die Weiße sie
berührt, bevor sie das Kopffeld verlassen hat.
(4) Wenn während ein Spieler bei Lageverbesserung im Kopffeld einen erlaubten
Stoß versucht, die Weiße aus Versehen eine Kugel im Kopffeld direkt trifft und
sie (die Weiße) dann aus dem Kopffeld herausläuft, so liegt ein Foul vor.
(5) Spielt der Spieler bei der Lageverbesserung im Kopffeld aus Versehen eine
farbige Kugel an, so hat der Gegner die Wahl, entweder ein Foul gelten zu lassen
und freie Lageverbesserung zu erhalten oder den Spieler den Stoß in der
ursprünglichen Form wiederholen zu lassen.
Kommentar: In diesem Fall hat der Gegner kein Foul zu Buche stehen.
Diese Situation kann nur im 14/1 entstehen, nachdem die Weiße versenkt oder vom
Tisch gespielt wurde und nach dem Eröffnungsstoß im 8-Ball.
(6) Falls ein Spieler unter den gleichen Bedingungen absichtlich Kugeln im
Kopffeld bewegt, so handelt es sich um unsportliches Verhalten.
Kommentar: Siehe auch Regel 3.9
und 3.39.
3.39 Foul mit der Weißen
Während der Lageverbesserung mit der Weißen kann der Spieler seine Hand oder
jeden beliebigen Teil des Queues (inklusive der Pomeranze) benutzen, um die
Weiße zu positionieren. Sobald die Weiße in Position liegt, ist jede
Stoßbewegung, bei der die Weiße berührt wird, ein Foul, wenn es sich dabei um
einen unkorrekten Stoß handelt.
Kommentar: Siehe auch Regel 3.9
und 3.38.
3.40 Störung
(1) Lenkt der sich nicht am Tisch befindliche Spieler den Gegner in seinem Spiel
ab oder stört er ihn, so liegt ein Foul vor.
(2) Ein Spieler, der, obwohl er nicht an der Aufnahme ist, stößt oder
irgendwelche Kugeln bewegt, hat eine Störung verursacht.
Kommentar: Falls ein Spieler ein Foul im Sinne
der Regel 3.40 begeht, so ist dies als unsportliches Verhalten zu werten.
3.41 Hilfsmittel
(1) Es ist den Spielern untersagt, eine Kugel, das Dreieck oder irgendein
anderes Meßinstrument zu benutzen, um nachzumessen, ob die Weiße oder eine
Farbige durch einen Zwischenraum etc. hindurch paßt.
(2) Das Queue darf zur Messung benutzt werden, solange der Spieler es in der
Hand behält. Andernfalls begeht er ein Foul und macht sich des unsportlichen
Verhaltens schuldig.
Kommentar: Siehe auch Regel 1.3,
1.4 und 2.15. Es ist erlaubt, das Queue und
das Hilfsqueue auf dem Tisch liegen zu lassen, solange diese nicht zum Zielen
benutzt werden. Hierüber entscheidet der Schiedsrichter.
3.42 Unkorrektes Markieren
Wenn ein Spieler absichtlich den Tisch irgendwie markiert, um die Ausführung
eines Stoßes zu unterstützen, sei es durch Anfeuchten des Tuches, durch
Plazieren der Kreide auf der Bande oder sonstwie, so gilt das als Foul. Bewegt
der Spieler die Markierung vor dem Stoß weg, so erfolgt keine Strafe.
Schlußbemerkung
Soweit diese Regel in Regelungen der Sport- und Turnierordnung eingreift und
hierzu im Widerspruch steht, geht die Sport- und Turnierordnung der Deutschen
Billard Union dieser Regel vor. Der Regelteil 3.0 bis 6.0 dieser Regel ist
unveränderlich und die Auslegung des Bundesschiedsrichterobmanns ist verbindlich
für den Spielbetrieb der DBU.